Beste Zeit für Tierbeobachtungen in der Antarktis
Die Antarktis gehört zu den außergewöhnlichsten Regionen der Erde für Naturbeobachtungen. Obwohl der Kontinent selbst lebensfeindlich wirkt, sind die umliegenden Meere und Inseln Heimat einer erstaunlich reichen Tierwelt. Viele Reisende entscheiden sich für eine Expeditionsreise in diese Region vor allem wegen der Möglichkeit, große Pinguinkolonien, Wale oder Robben in freier Natur zu beobachten.
Da die Antarktis nur während des antarktischen Sommers bereist werden kann, konzentrieren sich Tierbeobachtungen auf die Monate Oktober bis März. Innerhalb dieser Zeit verändert sich das Verhalten der Tiere deutlich. Brutzeiten, Aufzucht der Jungtiere und Wanderbewegungen bestimmen, welche Arten in welchem Monat besonders gut zu beobachten sind.
Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Tiergruppen der Antarktis und die beste Reisezeit, um sie zu sehen.
Pinguine
Pinguine – Höhepunkt der antarktischen Tierwelt
Pinguine sind für viele Besucher der wichtigste Grund für eine Reise in die Antarktis. Mehrere Arten leben in der Region, darunter Adéliepinguine, Eselspinguine, Zügelpinguine, Königspinguine und Kaiserpinguine. Jede dieser Arten hat eigene Brutzeiten und bevorzugte Lebensräume.
Beste Monate für Pinguinbeobachtungen
Die aktivste Phase der Pinguinkolonien liegt zwischen November und Januar. In dieser Zeit bauen die Tiere ihre Nester, legen Eier und ziehen später ihre Küken auf. Besonders im Dezember und Januar sind viele Kolonien voller Jungtiere, die von ihren Eltern gefüttert werden.
Im Februar und März beginnen die Jungtiere langsam, selbstständig zu werden und erste Ausflüge ins Meer zu unternehmen.
Orte mit großen Pinguinkolonien
Entlang der Antarktischen Halbinsel lassen sich große Kolonien von Eselpinguinen und Zügelpinguinen beobachten. Bekannte Orte sind beispielsweise Cuverville Island, Neko Harbour oder Brown Bluff.
Noch spektakulärer sind die riesigen Kolonien von Königspinguinen auf Südgeorgien. Besonders beeindruckende Orte sind Salisbury Plain, St Andrews Bay und Gold Harbour, wo oft hunderttausende Tiere dicht gedrängt an den Stränden stehen.
Adéliepinguine leben häufig in Regionen mit stärkerem Meereis, etwa im Weddellmeer. Auf Paulet Island befindet sich eine der größten Kolonien dieser Art.
Wale
Wale – beste Beobachtungen im Spätsommer
Die antarktischen Gewässer gehören zu den wichtigsten Nahrungsgebieten vieler Walarten. Große Mengen an Krill bilden die Grundlage eines besonders produktiven Ökosystems.
Zu den häufigsten Walarten der Region zählen Buckelwale, Zwergwale und Orcas.
Beste Reisezeit für Walbeobachtungen
Die meisten Wale erscheinen verstärkt im Spätsommer zwischen Februar und März. Zu dieser Zeit sind die Gewässer besonders reich an Nahrung, und viele Tiere halten sich in den Buchten und Meeresstraßen rund um die Antarktische Halbinsel auf.
Während dieser Monate lassen sich Wale häufig aus nächster Nähe beobachten, wenn sie in den ruhigen Gewässern zwischen Eisbergen auftauchen.
Regionen mit guten Walbeobachtungen
Besonders gute Chancen auf Walbeobachtungen bestehen in der Gerlache Strait, im Antarctic Sound sowie im Bereich des Lemaire Channel. Diese Meeresstraßen sind reich an Krill und ziehen daher regelmäßig große Walgruppen an.
Robben
Robben – häufige Begleiter von Antarktisexpeditionen
Robben gehören zu den am häufigsten gesehenen Meeressäugern der Antarktis. Sie sind hervorragend an die extremen Bedingungen angepasst und verbringen viel Zeit auf Eisschollen oder an den Küsten.
Zu den typischen Arten zählen Weddellrobben, Krabbenfresserrobben, Seeleoparden und Südliche Seeelefanten.
Robben im Verlauf der Saison
Robben lassen sich während der gesamten Antarktissaison beobachten. Besonders im frühen Sommer ruhen viele Tiere auf Eisschollen entlang der Küsten.
Im Hochsommer sind Robben häufig an Stränden oder auf Treibeis zu sehen, wo sie sich ausruhen oder ihre Jungen aufziehen.
Regionen mit vielen Robben
Die Antarktische Halbinsel bietet gute Möglichkeiten, verschiedene Robbenarten zu beobachten. Weddellrobben liegen häufig auf dem Eis nahe der Küste, während Seeleoparden oft in der Nähe von Pinguinkolonien auftauchen.
Sehr große Bestände von Seeelefanten und Pelzrobben leben auf den Stränden von Südgeorgien, wo sich im Sommer teilweise tausende Tiere versammeln.
Seevögel
Seevögel – spektakuläre Kolonien im Südatlantik
Neben Pinguinen und Walen beherbergt die Region auch eine beeindruckende Vielfalt an Seevögeln. Besonders bekannt sind die großen Albatrosse, die über den Gewässern des Südatlantiks segeln.
Zu den wichtigsten Arten zählen Wanderalbatrosse, Schwarzbrauenalbatrosse, Sturmvögel und Skuas.
Beste Orte für Vogelbeobachtungen
Die Falklandinseln gehören zu den besten Orten für Seevogelbeobachtungen in der gesamten Region. Auf Inseln wie Saunders Island oder West Point Island befinden sich große Brutkolonien von Albatrossen und Felsenpinguinen.
Auch auf Südgeorgien lassen sich zahlreiche Seevögel beobachten, insbesondere entlang der steilen Küsten und in der Nähe der großen Pinguinkolonien.
Kaiserpinguine
Kaiserpinguine – seltene Beobachtungen
Der Kaiserpinguin ist die größte Pinguinart der Welt und zugleich eine der faszinierendsten Tierarten der Antarktis. Anders als viele andere Pinguine brütet er im antarktischen Winter auf dem Meereis.
Deshalb sind Kaiserpinguine auf normalen Expeditionsreisen nur selten zu sehen.
Orte mit Kaiserpinguin-Kolonien
Einige Kolonien befinden sich im Weddellmeer, etwa in der Nähe von Snow Hill Island. In manchen Jahren erreichen spezielle Expeditionen diese abgelegenen Brutplätze.
Weitere große Kolonien liegen im Rossmeer, beispielsweise bei Cape Crozier oder Cape Washington. Expeditionen in diese Region sind jedoch selten und dauern meist deutlich länger als klassische Antarktisreisen.

























