Faszinierende Pflanzenwelt Botswanas

Botswanas Flora ist für Safari-Reisende deshalb so spannend, weil sie nicht einfach „Savanne“ ist, sondern ein sehr fein gegliedertes Mosaik aus Feuchtgebieten, Überflutungsebenen, Sandwäldern, Mopane-Buschland und felsigen Sonderstandorten. Der wichtigste ökologische Schlüssel ist Wasser: Im Norden bestimmen Dauerwasser, saisonale Fluten und Grundwasserzugang die Vegetation; in der Kalahari entscheiden dagegen vor allem Regenmenge, Sandtiefe und Bodenchemie darüber, welche Pflanzen überhaupt bestehen können. Im Okavango-Delta folgt die Vegetation einem klaren Feuchtegradienten von permanenten Sümpfen über saisonal überflutete Ebenen bis zu trockeneren Inseln und Randwäldern.

Im Okavango-Delta erlebt der Besucher die botanisch größte Vielfalt Botswanas auf kleinem Raum. In den dauerhaft nassen Zonen fallen vor allem Bestände von Papyrus (Cyperus papyrus) und Schilf (Phragmites australis, auch P. mauritianus) auf; sie bilden oft dichte, fast monodominante Röhrichte entlang von Kanälen und in Backswamps. Auf offenen Wasser- und Uferzonen kommen außerdem Arten wie Schoenoplectus corymbosus, Cyperus articulatus, Panicum repens, Cynodon dactylon, Imperata cylindrica und Setaria sphacelata hinzu. Für den Safari-Gast sind diese Pflanzengürtel nicht bloß Kulisse: Sie strukturieren die Sichtachsen, schaffen Deckung für Vögel und Antilopen und erklären, warum Mokoro- und Bootssafaris landschaftlich ganz anders wirken als Pirschfahrten auf den trockeneren Inseln.

Ebenso typisch für das Delta sind die Insel- und Randgehölze. Auf etwas höher gelegenen, weniger häufig überfluteten Standorten stehen Senegal-Dattelpalme (Phoenix reclinata), Wilde Feige (Ficus sycomorus), Makalani-Palme (Hyphaene petersiana) und Jackalberry (Diospyros mespiliformis); in feuchteren Randlagen kommen auch Ficus verruculosa und Syzygium cordatum vor. Diese Inselwälder sind für Reisende oft das „klassische“ Bild des Okavango: grüne Gehölzinseln, von Röhrichten und Grasflächen umgeben, mit Elefanten, Lechwe oder Büffeln an den Rändern. Botanisch sind sie deshalb interessant, weil schon wenige Dezimeter Höhenunterschied über die Dauer der Überflutung und damit über die Artenzusammensetzung entscheiden.

Die Chobe-Region ist floristisch anders gebaut. Entlang des Chobe und Linyanti hält Wasser Flussauen, Dambos und randliche Waldzüge länger grün; dort bleibt Futter in der Trockenzeit verfügbar, während angrenzende Trockengebiete rasch ausdörren. Weiter vom Wasser entfernt dominieren je nach Boden ganz andere Vegetationstypen: Auf den roten, sauren Sanden im Osten stehen Zambezi-Teakwälder mit Baikiaea plurijuga; auf tiefen Sanden der Sandveld-Zonen prägen Terminalia sericea und Philenoptera nelsii das Bild; auf schwereren, alkalischen bis sodischen Böden herrscht Mopane (Colophospermum mopane). Für Touristen erklärt das den starken Landschaftswechsel innerhalb derselben Safari-Region: Flussufer wirken kühl, dicht und schattig, Sandveld offener und heller, Mopane-Bereiche dagegen homogener und im Trockenwald oft fast graugrün geschlossen.

In der Chobe-/Savuti-Landschaft sind zusätzlich typische Begleitarten wichtig. In Baikiaea-Wäldern wurden unter anderem Baphia massaiensis, Combretum elaeagnoides, Combretum apiculatum, Croton gratissimus, Bauhinia petersiana und das Gras Dactyloctenium giganteum als kennzeichnend beschrieben. In sandigeren Savannen treten außerdem Panicum maximum, Urochloa trichopus und Dichrostachys cinerea häufig auf. Für Safaris ist das nicht nur Botanik im engeren Sinn: Diese Unterschiede bestimmen Sichtweite, Schatten, Befahrbarkeit und die Aufenthaltsorte von Pflanzenfressern, weil sich Nährstoffgehalt und Futterqualität der Pflanzen je nach Boden stark unterscheiden.

Die Kalahari wirkt touristisch oft „leer“, ist botanisch aber hochspezialisiert. Auf den nährstoffarmen, tiefen Sanden dominieren trockenheitsangepasste Gehölze und Gräser. Besonders charakteristisch sind Kamel­dorn (Vachellia erioloba), Hirtenbaum (Boscia albitrunca), Schwarzdorn (Senegalia mellifera), Grey camelthorn (Vachellia haematoxylon), *Grewia flava, *Rhigozum trichotomum und als Leitgras sehr oft Schmidtia kalahariensis. Nach guten Regenfällen treiben zusätzlich kurzlebige Gräser und Kräuter aus, sodass dieselbe Landschaft binnen Wochen von fahlbraun zu überraschend grün wechseln kann. Für Besucher der Central Kalahari ist genau diese scheinbare Kargheit der Reiz: Man sieht Pflanzen, die nicht auf Dauerwasser, sondern auf episodischen Regen, tiefe Wurzeln und sparsamen Wasserverbrauch angepasst sind.

Der Unterschied zwischen Kalahari-Sandböden und felsigem Untergrund ist botanisch fundamental. Kalahari-Sande sind meist tief, nährstoffarm und sehr durchlässig; Regenwasser versickert schnell, weshalb dort vor allem Arten bestehen, die entweder tief wurzeln oder mit kurzen Feuchtephasen auskommen. Deshalb prägen auf Sand häufig Baikiaea plurijuga, Terminalia sericea, Philenoptera nelsii und verschiedene trockentolerante Grasarten das Bild, während auf schweren alluvialen oder sodischen Böden eher Mopane dominiert. Anders gesagt: Auf Sand ist Wasser vor allem knapp und kurz verfügbar, auf tonigeren oder alluvialen Böden wird es länger gehalten, und genau das verschiebt die Artenzusammensetzung.

An felsigen Standorten wie den Tsodilo Hills oder kleineren Hügeln im Savuti-Gebiet entstehen dagegen kleinräumige Sonderhabitate. Felsklüfte, Hangfüße und Verwitterungsböden speichern Wasser länger als offener Dünensand; zugleich liefern Gesteinsschutt und feinerdereiche Taschen oft mehr Nährstoffe als reiner Kalahari-Sand. Deshalb treten dort Arten auf, die man in offenen Sandflächen viel seltener oder in anderer Wuchsform sieht. Für Botswana sind auf solchen Hügellagen unter anderem Elephantorrhiza burkei ausdrücklich als Art „rocky hills“, die Felsfeige Ficus abutilifolia als „common tree on hills“ und Vangueria infausta als Art „mostly on rocky places and hills“ dokumentiert. Rund um Savuti werden in gemischten trockenen Waldgesellschaften außerdem Terminalia prunioides, Combretum imberbe, Commiphora-Arten und lokal Mopane beschrieben. Für den Reisenden wirken diese Hügel deshalb fast immer „grüner“ und strukturell abwechslungsreicher als die flachen Sandflächen ringsum.

Gerade bei Tsodilo Hills ist wichtig: Der floristische Reiz liegt nicht in üppigem Wald, sondern im Kontrast. Die UNESCO-Beschreibung betont, dass die Hügel als Quarzit-Inselberge aus Dünen und fossilem Seebecken aufragen und die umliegenden Dünen von Bäumen und offener Savannenvegetation bedeckt sind. Botanisch folgt daraus ein Muster, das man vor Ort gut sieht: Die felsigen Hänge tragen andere, oft dichter stehende Gehölze als die umliegenden sandigen Ebenen, weil sich Wasser und Feinmaterial in Rissen, Taschen und Hangfüßen sammeln. Das ist hier eine standortökologische Schlussfolgerung auf Basis von Geologie und der für Botswana dokumentierten Felsarten, nicht die Behauptung eines völlig eigenständigen „Gebirgsflorengebiets“.

Die Bedeutung von Wasser lässt sich für Botswana deshalb in drei botanische Grundmuster fassen. Erstens erzeugt Dauerwasser im Okavango und am Chobe lineare, produktive Feucht- und Ufervegetation mit Papyrus, Schilf, Seggen, Feigen und Palmen. Zweitens schafft saisonales Wasser Übergangszonen mit Gräsern wie Panicum repens, Cynodon dactylon oder Setaria sphacelata, die für viele Weidegänger wichtig sind. Drittens dominiert dort, wo nur Regenwasser und kurzzeitig Bodenfeuchte verfügbar sind, die trockenheitsresistente Kalahari-Flora mit Dornbäumen, Sträuchern und horstigen Gräsern. Wer Botswana touristisch verstehen will, sollte daher nicht nur auf Tiere schauen: Die Pflanzen zeigen sehr genau, wo Wasser lange steht, wo es nur kurz ankommt und wo der Untergrund selbst wichtiger ist als der Regen.

Flora Botswanas

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Reihe von Pflanzen mit ihren deutschen, englischen und wissenschaftlichen Namen sowie einen Link zu Wikipedia. Wir werden diese Tabelle nach und nach ergänzen. Wenn Sie inzwischen einen Vorschlag haben, welche Pflanze wir dort aufnehmen sollen, dann lassen Sie es uns bitte über das Kontaktformular oder per Email wissen.

 

Pflanzen Botswanas

Deutsch / SetswanaEnglishWissenschaftlich
AffenbrotbaumBaobabAdansonia digitata
Afrikanischer Ebenholzbaum / MokotshongJackal Berry / African EbonyDiospyros mespiliformis
Apfelblattbaum / MopororoRaintree / Apple LeafLonchocarpus capassa
Bergdattel / MotsentselaBird PlumBerchemia discolor
BitterapfelPoison AppleSolanum supinum
Fächerpalme / Mokolane / MakalaniFan PalmHyphaene petersiana
Kalahari-Akazie / MokalaCamelthornVachellia erioloba
Kalahari Apfelblattbaum / MohataKalahari Apple LeafLonchocarpus nelsii
Knopfdorn / MokobaKnob ThornVachellia nigrescens
Leberwurstbaum / MoporotoSausage TreeKigelia africana
Leadwood-Baum / MotswiriLeadwoodCombretum imberbe
Marula-BaumMarula TreeSclerocarya birrea
MistelMistletoeViscum album
MopaneMopaneColophospermum mopane
MotsedeFever-berry TreeCroton sylvaticus
MotsaodiAfrican MangosteenGarcinia livingstoneii
PapyrusPapyrusCyperus papyrus
Schäferbaum / MotlopiShepherd’s TreeBoscia albitrunca
SchwimmfarnKariba WeedSalvinia molesta
SetshiCandle-pod AcaciaSenegalia hebeclada
Sykamor-Feige / MotshabaSycamore FigFicus sycomorus
TagseeroseBlue Water LilyNymphaea nouchali
Teakbaum (Sambesi) / MukusiZambezi TeakBaikiaea plurijuga
Wasserbeere / UmdoniWaterberrySyzygium cordatum
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