Antarktis beste Reisezeit nach Monaten
Die Antarktis kann nur während eines relativ kurzen Zeitfensters bereist werden. Die Saison für Expeditionskreuzfahrten dauert in der Regel von Ende Oktober bis Anfang April, wenn das Meereis zurückgeht und Schiffe Zugang zu den Küsten des Kontinents erhalten.
Innerhalb dieser wenigen Monate verändert sich die Natur jedoch deutlich. Die Eisverhältnisse, das Verhalten der Tiere und auch die Möglichkeiten für Anlandungen entwickeln sich im Laufe der Saison stetig weiter. Deshalb lohnt es sich, die beste Reisezeit für die Antarktis nach Monaten zu betrachten.
Während der frühen Saison dominieren spektakuläre Eislandschaften und das Brutverhalten der Pinguine. Im Hochsommer stehen große Pinguinkolonien und junge Tiere im Mittelpunkt. Gegen Ende der Saison ziehen vor allem Walbeobachtungen viele Reisende in die Region.
Die folgende Übersicht erklärt, was Reisende in den einzelnen Monaten erwarten können.
Oktober – Beginn der Antarktis-Saison
Der Oktober markiert den Start der Expeditionssaison in der Antarktis. Zu dieser Zeit beginnt das Meereis langsam aufzubrechen, und die ersten Schiffe erreichen die Antarktische Halbinsel nach der Überquerung der Drake-Passage.
Die Landschaft zeigt sich jetzt besonders spektakulär. Große Teile der Küsten sind noch vollständig von Schnee bedeckt, und viele Regionen wirken unberührt. Für Fotografen gehört diese Phase zu den eindrucksvollsten Momenten der Saison.
Auch die Tierwelt wird langsam aktiv. Viele Pinguine kehren in dieser Zeit zu ihren Brutplätzen zurück und beginnen mit der Balz.
Typische Beobachtungen im Oktober
Pinguine kehren zu ihren Kolonien zurück: Adéliepinguine, Eselspinguine und Zügelpinguine treffen nach dem antarktischen Winter wieder in ihren Brutkolonien ein. Sie beginnen damit, ihre Nester aus kleinen Steinen zu bauen.
Robben auf dem Packeis: Weddellrobben und Krabbenfresserrobben ruhen häufig auf Eisschollen entlang der Küsten der Antarktischen Halbinsel.
Spektakuläre Eislandschaften: Da noch viel Meereis vorhanden ist, treiben zahlreiche große Eisberge im Wasser.
Orte, die im Oktober besonders beeindruckend sind
Viele Expeditionen besuchen zu dieser Zeit Orte entlang der Antarktischen Halbinsel, etwa Brown Bluff, Half Moon Island oder Cuverville Island. Auch die South Shetland Islands bieten gute Möglichkeiten für erste Anlandungen.
November – Beginn der Brutzeit
Im November wird die Tierwelt der Antarktis deutlich aktiver. Die meisten Pinguine haben ihre Nester gebaut und beginnen nun mit der Brut. Die Temperaturen steigen leicht an, und die Tage werden deutlich länger. Gleichzeitig sind noch immer viele Eisberge im Meer unterwegs, was zu besonders dramatischen Landschaftsbildern führt.
Entwicklung der Tierwelt im November
Brutzeit der Pinguine: Die meisten Pinguinarten legen im November ihre Eier. In den Kolonien herrscht jetzt reges Treiben, während sich die Elternvögel beim Brüten abwechseln.
Seevögel kehren zurück: Auch viele Seevögel erreichen nun wieder die antarktischen Gewässer. Skuas, Sturmvögel und verschiedene Albatrosarten sind häufiger zu beobachten.
Besonders interessante Orte im November
Zu den schönsten Orten für Pinguinbeobachtungen gehören Paulet Island im Weddellmeer oder Cuverville Island entlang der Antarktischen Halbinsel. Auf längeren Expeditionen werden häufig auch die Falklandinseln besucht, wo Kolonien von Felsenpinguinen und Albatrossen aktiv sind.
Dezember – Beginn des antarktischen Sommers
Im Dezember beginnt der eigentliche Hochsommer der Antarktis. Die Sonne steht nun fast rund um die Uhr über dem Horizont, und viele Tierarten ziehen ihre Jungen auf. Die ersten Pinguinküken schlüpfen in den Kolonien, und auch Robben werden häufiger an den Stränden beobachtet.
Tierwelt im Dezember
Pinguinküken schlüpfen: In vielen Kolonien entlang der Antarktischen Halbinsel schlüpfen jetzt die ersten Küken. Die Elternvögel wechseln sich beim Schutz und bei der Nahrungssuche ab.
Zunehmende Aktivität von Robben: Besonders entlang der Küsten der Halbinsel lassen sich Weddellrobben und Seeleoparden beobachten.
Regionen mit besonders großen Tierkolonien
Ein Höhepunkt vieler Antarktisreisen im Dezember ist die Insel Südgeorgien. Orte wie Salisbury Plain, St Andrews Bay oder Gold Harbour beherbergen riesige Kolonien von Königspinguinen.
Januar – Höhepunkt der Saison
Der Januar gilt als Hochpunkt der Antarktis-Saison. Die Temperaturen sind jetzt am höchsten, und viele Regionen sind gut zugänglich. In den Pinguinkolonien sind die Küken mittlerweile größer und werden von ihren Eltern gefüttert. Gleichzeitig sind viele Robbenarten aktiv.
Tierbeobachtungen im Januar
Große Pinguinkolonien: In vielen Kolonien stehen nun tausende Küken dicht gedrängt zusammen, während die erwachsenen Tiere Nahrung im Meer suchen.
Robben an den Stränden: Besonders entlang der Küsten Südgeorgiens liegen häufig große Gruppen von Seeelefanten und Pelzrobben.
Besonders schöne Regionen im Januar: Viele Expeditionen besuchen in dieser Zeit die Gerlache Strait, den Lemaire Channel oder Paradise Bay entlang der Antarktischen Halbinsel.
Februar – Beginn der Walzeit
Der Februar gehört zu den besten Monaten für Walbeobachtungen in der Antarktis. Zu dieser Zeit halten sich viele Walarten in den nährstoffreichen Gewässern rund um den Kontinent auf. Gleichzeitig beginnt das Meereis deutlich zurückzugehen, wodurch Expeditionen auch entlegenere Regionen erreichen können.
Wale im Februar
Buckelwale: Buckelwale sind häufig entlang der Antarktischen Halbinsel zu sehen. Besonders in der Gerlache Strait oder im Antarctic Sound treten sie regelmäßig auf.
Zwergwale und Orcas: Auch Zwergwale und Orcas werden nun häufiger gesichtet.
Landschaft im Spätsommer
Die Landschaft verändert sich im Laufe des Monats deutlich. Viele Schneeflächen beginnen zu schmelzen, und große Eisberge treiben im offenen Wasser.
März – Spätsommer in der Antarktis
Der März ist der letzte volle Monat der Antarktis-Saison. Die Zahl der Expeditionsschiffe nimmt jetzt meist ab, wodurch manche Regionen ruhiger wirken. Viele Pinguinküken sind inzwischen fast ausgewachsen und beginnen, ihre ersten Schritte ins Meer zu wagen.
Naturerlebnisse im März
Sehr gute Walbeobachtungen: Der März gehört weiterhin zu den besten Monaten für Walbeobachtungen.
Dramatische Eislandschaften: Das zurückgehende Meereis ermöglicht oft beeindruckende Perspektiven auf große Tafeleisberge.
Besonders interessante Regionen
Expeditionen konzentrieren sich in dieser Zeit häufig auf die Antarktische Halbinsel und das Weddellmeer, wo sich große Eisformationen beobachten lassen.

























