Was unterscheidet eine Savanne von einer Steppe?
Klima
Der wichtigste Unterschied zwischen Savannen und Steppen liegt im Klima.
Savannen befinden sich in den Tropen und Subtropen. Dort herrschen ganzjährig hohe Temperaturen, meist zwischen 20 und 30 °C. Charakteristisch ist der Wechsel zwischen einer ausgeprägten Regenzeit und einer Trockenzeit. Je nach Region fallen jährlich etwa 500 bis 1.500 Millimeter Niederschlag.
Steppen liegen dagegen überwiegend in den gemäßigten Klimazonen. Die Sommer können sehr warm, die Winter hingegen ausgesprochen kalt sein. Die Niederschläge sind deutlich geringer und liegen meist zwischen 250 und 500 Millimetern pro Jahr. Dadurch entstehen trockene Graslandschaften, in denen Bäume kaum wachsen können.
Vegetation
Auch die Vegetation unterscheidet sich deutlich.
Die Savanne besteht aus einer Mischung aus Gräsern, einzelnen Bäumen und Sträuchern. Je nach Niederschlagsmenge unterscheidet man Dornstrauchsavannen, Trockensavannen und Feuchtsavannen. Typische Baumarten sind Akazien und Affenbrotbäume (Baobabs), die an lange Trockenzeiten angepasst sind.
Steppen werden fast ausschließlich von Gräsern und krautigen Pflanzen geprägt. Bäume fehlen weitgehend, da die Niederschläge nicht ausreichen und häufig auch starke Winde das Wachstum erschweren. Je trockener eine Steppe ist, desto niedriger wächst die Vegetation.
Verbreitung auf der Erde
Savannen kommen vor allem in den tropischen Regionen der Erde vor.
Zu den wichtigsten Savannengebieten gehören:
Ostafrika (Kenia, Tansania)
Südliches Afrika (Botswana, Simbabwe, Sambia, Namibia)
Westafrika
Brasilien (Cerrado)
Venezuela und Kolumbien (Llanos)
Nordaustralien
Steppen dominieren dagegen in den gemäßigten Breiten.
Große Steppengebiete finden sich unter anderem in:
Kasachstan
Mongolei
Ukraine
Südliches Russland
Ungarn (Puszta)
Zentralasien
Nordamerika (Prärien)
Südamerika (Patagonische Steppe)
Tierwelt
Savannen gehören zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde. Die Kombination aus Grasflächen und einzelnen Bäumen bietet Lebensraum für große Pflanzenfresser wie Elefanten, Giraffen, Zebras, Büffel, Antilopen und Nashörner. Ihnen folgen große Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Geparden, Hyänen und Afrikanische Wildhunde.
Steppen beherbergen ebenfalls spezialisierte Tierarten, allerdings deutlich weniger Großsäuger. Typisch sind Wildpferde, Saiga-Antilopen, Präriebisons, Murmeltiere, Ziesel, Füchse, Wölfe sowie zahlreiche Greifvögel.
Böden
Savannen besitzen häufig nährstoffarme Böden, die durch den Wechsel von Regen- und Trockenzeiten geprägt werden. Während der Regenzeit wachsen Gräser sehr schnell, in der Trockenzeit vertrocknen sie weitgehend.
Steppen verfügen dagegen oft über ausgesprochen fruchtbare Schwarzerdeböden (Tschernosem). Deshalb wurden viele natürliche Steppen im Laufe der Geschichte in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt.
Warum wachsen in Savannen Bäume, in Steppen jedoch kaum?
Der entscheidende Faktor ist die Niederschlagsmenge.
In Savannen reicht der saisonale Regen aus, damit einzelne Bäume überleben können. Gleichzeitig verhindert die lange Trockenzeit, dass sich geschlossene Wälder entwickeln.
Steppen erhalten dagegen so wenig Niederschlag, dass Bäume nur entlang von Flüssen oder in geschützten Senken wachsen können. Die Landschaft bleibt deshalb fast vollständig offen.
Welche Landschaft eignet sich besser für Safaris?
Für klassische Wildtiersafaris spielen Savannen die deutlich größere Rolle. Die offenen Graslandschaften ermöglichen hervorragende Tierbeobachtungen und beherbergen die höchste Dichte großer Säugetiere weltweit. Deshalb liegen nahezu alle berühmten Safari-Destinationen Afrikas – etwa die Serengeti, der Kruger National Park, das Okavango-Delta oder die Masai Mara – in Savannenlandschaften.
Steppen sind dagegen eher für Naturreisen, Vogelbeobachtungen oder Expeditionen in gemäßigte Graslandschaften von Bedeutung. Sie bieten zwar ebenfalls faszinierende Tierwelt, jedoch deutlich weniger große Säugetiere und eine geringere Artenvielfalt.

