Okavango Wasserstand-Update April 2026
Die Regenzeit in der Okavango-Region neigt sich langsam dem Ende zu. In den kommenden ein bis zwei Wochen kann es noch vereinzelte Schauer und vielleicht sogar ein oder zwei letzte kräftige Gewitter geben, doch danach dürfte sich das Kalahari-Hochdrucksystem über der Region etablieren und die trockeneren und kühleren Wintermonate einläuten.
Es war eine wirklich bemerkenswerte Regenzeit mit außergewöhnlich intensiven Niederschlagsphasen in der gesamten Region. Insgesamt hat der Okavango deutlich mehr als das Doppelte seiner üblichen jährlichen Niederschlagsmenge erhalten. Normalerweise rechnet man hier mit etwa 450 Millimetern pro Saison, doch in diesem Jahr wurden vielerorts über 1000 Millimeter gemessen.
Dies hat zu einer beeindruckenden, regenbedingten Überschwemmung im gesamten System geführt, wobei in vielen Gebieten die Wasserstände sogar höher sind als jene, die durch die angolanischen Fluten des vergangenen Jahres verursacht wurden. Auch im Okavango-Delta haben sich die Wassermassen deutlich nach Norden und Osten verlagert, sodass die Systeme von Khwai, Santantadibe und Gomoti erheblich mehr Wasser führen als seit Menschengedenken.
Die erste Welle des Hochwassers aus dem angolanischen Hochland hat das Okavango-System inzwischen erreicht. Nördlich der Region beginnen die Wasserstände bereits zu steigen, und diese Flutwelle wird sich in den kommenden Wochen weiter nach Süden bewegen.
Wie jedes Jahr wird das Eintreffen der angolanischen Flut zu einem weiteren Anstieg der Wasserstände im gesamten Delta führen. In diesem Jahr jedoch, da die Flusssysteme noch stark von den außergewöhnlichen Regenfällen gespeist werden, wird erwartet, dass die neu eintreffenden Wassermassen sich über die bestehenden Strömungen hinweg ausbreiten, die Überschwemmungsgebiete fluten und sich weit verzweigt durch die Kanäle des Okavango verteilen.
Die Bedingungen deuten insgesamt auf eine außergewöhnliche Flutsaison hin. Viele Kanäle und Überschwemmungsebenen sind bereits gut mit Wasser gefüllt, und die Landschaft weist deutlich höhere Wasserstände auf als in den vergangenen Jahren.
Mit der bereits kräftig durch das System ziehenden Regenflut und dem bevorstehenden Eintreffen der angolanischen Wassermassen ist mit hervorragenden Wasserständen zu rechnen – nicht nur in Bezug auf die Tiefe, sondern auch hinsichtlich der weiten Ausbreitung des Wassers im Delta. Dies dürfte zudem zu einer besonders langen und ertragreichen Flutsaison führen.
Die Entwicklung verspricht eine spannende Zeit, und entsprechende Vorbereitungen sind getroffen. Ein großer Teil der Infrastruktur liegt weiterhin auf trockenem, erhöhtem Gelände.
Mit weiter steigenden Wasserständen ist zudem mit einer hohen Konzentration von Wildtieren auf größeren, trockenen Inseln zu rechnen – Gebiete, die gut zugänglich sind, sei es per Mokoro, zu Fuß oder im Rahmen von Pirschfahrten.
Alle Anzeichen deuten auf eine spektakuläre Flutsaison im Okavango hin.


